Philip Armstrong

Ästhetischer Zustand

„Ästhetische Zustände“ für Orchester wurde 2017 geschrieben. Die Musik geht von der Idee eines ästhetischen Zustands aus, welche der Weimarer Friedrich Schiller 1795 an den Schrecken der Terrorherrschaft in Frankreich verzweifelnd beschrieben hat. Er überlegte, dass eine Gesellschaft nur dann bürgerliche Freiheit erlangen kann, wenn ihre Bürger die Unverletzlichkeit moralischen Handelns akzeptieren, was wiederum die Fähigkeit zur moralischen Freiheit voraussetzt. Er argumentierte, dass es der mentale Zustand der Ästhetik ist, welcher die Freiheit des Willens sowie der Gedanken und Gefühle ermöglicht, und somit die Freiheit, moralische Entscheidungen zu treffen.

Im zweiten Abschnitt bietet eine Flötenmelodie, die sich kontinuierlich dem Kontext anpasst und so möglicherweise Gemeinsamkeiten mit einer Gemeinschaft findet, eine neue Ästhetik dar. Die Musik verweist hier auf die politische Theorie der deliberativen Demokratie, die ein regulatives Ideal der diskursiven Konsultation darstellt und es einer Stimmengemeinschaft ermöglicht, sich aus sehr verschiedenen Ausgangspositionen heraus zu einigen. Es wird festgestellt, das Wahlrecht allein sei kein ausreichendes Kriterium für eine reife Demokratie. Dieses Modell bezieht sich auf Jürgen Habermas, der argumentierte, dass Gesellschaften einen pragmatischen Ansatz für Überlegungen entwickeln müssen, der sowohl zur sozialen Übereinstimmung beitragen als auch die Souveränität des Staates und seiner Gesetze rechtfertigen kann.